Faustkämpfer, 1935 vor

Josef Thorak


Olympiastadion, nahe Schwimmbad
Bronze

Epoche:   NS-Zeit       Bezirk:   Charlottenburg
Ensemble: Olympiastadion



© Fotobestand W. Schäche, Berlin, Archiv, Aufnahme 1942


Für die künstlerische Ausstattung des gesamten Olympia-Geländes war ein "Kunstausschuss" eingesetzt worden, der für einzelne Aufgaben beschränkte Wettbewerbe ausschrieb. Aufgefordert wurden zumeist die Künstler, die sich 1935 an dem Wettbewerb zur Ausgestaltung der Eingangspfeiler der Dietrich-Eckart-Bühne (heute Waldbühne) beteiligt hatten. In dem Kunstausschuss waren neben Vertretern des Innen-, Erziehungs- und Propagandaministeriums die Architekten Werner March und Paul Schultze-Naumburg, Eugen Hönig als Präsident der Reichskulturkammer und die Bildhauer Wilhelm Gerstel, Ludwig Isenbeck und Josef Wackerle Mitglieder.

Noch im Juli 1935 hatte der Kunstausschuss eine Beteiligung Thoraks an der künstlerischen Ausgestaltung des Olympia-Geländes abgelehnt. Erst nachdem Parteistellen auf die Vorliebe Hitlers für diesen Künstler aufmerksam gemacht hatten, wurde kurzfristig versucht, noch Arbeiten Thoraks auf dem Gelände unterzubringen. Daher ist die Figur des "Faustkämpfers" auch nicht direkt für den Standort geschaffen, sondern die Vergrößerung einer 200 cm großen Plastik, für die der Boxer Max Schmeling Modell gestanden hatte.
Eine von Thorak geschaffene Büste Adolf Hitlers hatte in der Ehrenhalle des Hauses des Deutschen Sports Aufstellung gefunden, diese wurde nach Kriegsende von alliierten Truppen entfernt.
(Josephine Gabler)


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